Röntgen beim Zahnarzt

Zur Erkennung und zielorientierten Behandlung von Erkrankungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich ist in der Regel eine Röntgenaufnahme unerlässlich.
Entzündete und abgestorbene Zähne sollten nur mit Hilfe einer Röntgenaufnahmen behandelt werden, da sich der zu behandelnde Herd im nicht sichtbaren Bereich im Knochen befindet. Ebenso sind die knöchernen Beteiligungen bei Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis) nicht sichtbar unter dem Zahnfleisch. Zahnersatz lässt sich vorhersehbarer und damit natürlich auch langfristiger planen und Karies kann häufig schon in einem Frühstadium erkannt werden, wenn gewisse präventive Aufnahmen regelmäßig bzw. bei geringfügigem Verdacht durchgeführt werden. Darüber hinaus gibt es raumfordernde (u.a. tumorartige) Prozesse, die ohne Röntgenaufnahme nicht in einem Frühstadium erkannt werden können.

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Aufnahmearten in der Zahnarztpraxis

Neben Einzelzahnaufnahmen, die sich vor allem durch eine große Detailwiedergabe kleiner Bereiche auszeichnen sind in der Zahnheilkunde häufig Panorama-Übersichtsaufnahmen, sog. Orthopanthomogramme (OPG) erforderlich. Für die jeweiligen Aufnahmen werden spezielle Röntgengeräte benötigt. Panorama-Übersichtsaufnahmen zeigen den gesamten Ober- und Unterkiefer mit sämtlichen Zähnen und Zahnanlagen, sowie die Kieferhöhle und angrenzend Bereiche. Diese Aufnahmetechnik dient vor allem der Übersicht. Die Aufnahmen sind unentbehrlich bei der Planung einer umfangreichen Zahnsanierung mit Kronen, Brücken oder einem herausnehmbaren Zahnersatz vor einem operativen Eingriff zum Einsetzen von Implantaten, zur Entfernung von Weisheitszähnen oder einer Kieferzyste. Kleine Einzelaufnahmen müssen gegebenenfalls zusätzlich gemacht werden.
Vor einer kieferorthopädischen Behandlung wird noch zusätzlich eine spezielle seitliche Panorama-Übersichtsaufnahme angefertigt, das Fernseitenröntgenbild (FRS). Die für diese Röntgenbilder notwendigen Geräte befinden sich meistens nur in kieferorthopädischen Praxen.
Bei der Auswertung von Panorama-Übersichtsaufnahmen ergibt sich erfahrungsgemäß eine hohe Rate von Zufallsbefunden.

Die Röntgendosis

Die Strahlenbelastung einer Panorama-Übersichtsaufnahme entspricht der Strahlung aus der Erde und dem Kosmos, der ein Mensch innerhalb von 12 Stunden ausgesetzt ist (Meereshöhe) oder die er erhält, wenn er sich 10 Stunden im Gebirge (bei etwa 2000 m) aufhält oder 30 Minuten in einem Flugzeug (bei einer Flughöhe von 11000 m).
Insgesamt ist der Beitrag der Zahnmedizin zur kollektiven effektiven Dosis aus medizinischen Untersuchungen sehr gering. Dennoch befinden sich in unserer Praxis nur noch digitale Röntgengeräte, die die Patientendosis gegenüber dem Durchschnitt der deutschen Praxen um 80% bis 95% reduzieren. Unnötige Röntgenaufnahmen werden natürlich dennoch nicht gemacht.

Risiko

Nach Modellrechnungen entsprechen vier Zahnfilme oder eine Panorama-Übersichtsaufnahme dem Risiko eine Zigarette zu Rauchen (Krebstod), sich über 9600 Kilometer in einem Jet-Flugzeug der natürlichen Strahlung auszusetzen, 100 km Auto zu fahren (Unfallrisiko) oder 50 g Alkohol (1 Liter Bier) zu sich zu nehmen.

Die Röntgenstrahlen

Röntgenstrahlen sind eine Form von elektromagnetischen Wellen ebenso wie auch das sichtbare Licht. Im Vergleich zum Licht ist die Röntgenstrahlung jedoch wesentlich energiereicher und Licht ist nicht in der Lage chemische Bindungen aufzubrechen. Wenn ein Körper der Röntgenstrahlung ausgesetzt wird, geht ein sehr geringer Teil der Energie der Röntgenstrahlen auf den Körper über. Mehrere physikalische Phänomene kommen hierbei zum tragen, die Aufgrund des Umfangs hier jedoch nicht näher erläutert werden. Alle Substanzen einer Körperzelle können dabei prinzipiell geschädigt werden. Dabei sind jedoch nur Schäden der Erbsubstanz (DNA) von praktischer Bedeutung. Schäden der DNA der Keimzellen (Eizelle, Spermien) können zu vererbbaren Erkrankungen führen, Schäden der DNA der Körperzellen können zu Krebserkrankungen führen. 99,9% der DNA-Schäden werden durch körpereigene Reparaturmechanismen beseitigt. Nicht alle Körperzellen reagieren jedoch gleich empfindlich auf Röntgenstrahlen.
Die Belastung durch Röntgenstrahlen hängt sowohl von der Höhe der Strahlendosis ab als auch vom Ort der Bestrahlung. Aus diesem Grunde werden bei Dosisabschätzungen die Bestrahlung kritischer Organe stärker gewichtet. Über komplizierte Rechnungen lässt sich nun eine vergleichbare effektive Dosis berechnen, die in Millisievert pro Jahr (mSv/a) angegeben wird.

Siehe auch: Erläuterungen Röntgenstrahlung auf Wikipedia

Röntgen beim Zahnarzt

Während seines Studiums wird jeder Zahnmediziner gründlich im Strahlenschutz ausgebildet und erfährt auch später laufend aus der Fachpresse über die aktuellen Entwicklungen. Alle fünf Jahre muss sich sowohl der Zahnarzt/Zahnärztin als auch das Praxispersonal einer Prüfung zur Aktualisierung der Strahlenkunde unterziehen, die von verschiedenen staatlichen Stellen überprüft werden. Dieses deutsche Prüfungssystem ist eines der strengsten der Welt und wurde z.B. inzwischen auch in der Schweiz übernommen.
Das besonders dosissparende digitale Röntgen ist in der Zahnheilkunde schon sehr weit verbreitet (in unserer Praxis sogar ausschließlich).

Digitales Röntgen

Diese moderne Technologie bietet gegenüber der konventionellen Methode enorme Vorteile:

  • Reduzierung der Strahlenbelastung um bis zu 95%
  • bessere Diagnostik durch hochempfindliche Microchips statt der herkömmlichen Filme
  • die Röntgenaufnahme ist innerhalb von Sekunden auf dem Bildschirm zu sehen
  • keine Umweltbelastung durch Chemieabfälle

Wägt man Nutzen und Risiko ab, so rechtfertigt das Restrisiko nicht, auch nur auf eine einzige diagnostisch sinnvolle Aufnahme zu verzichten.

Für weitere Informationen sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne!

Ihr Praxisteam der Zahnarztpraxis Dr. Thomas & Dr. Nina Jungbluth aus Tutzing