Wurzelspitzenresektion (WSR)

Unter einer Wurzelspitzenresektion (WSR) versteht man die Entfernung der Wurzelspitze durch einen seitlichen Zugang über die Eröffnung des Zahnfleisches und Knochens von der Seite.
Dieser operative Eingriff wird durchgeführt, wenn sich im Bereich der Wurzelspitze eine Entzündung oder eine Zyste befindet, die durch eine konventionelle Wurzelbehandlung nicht therapierbar ist. Weitere Indikationen sind nicht zu entfernende schlechte bzw. unvollständige Wurzelfüllungen, überstopfte Wurzelfüllungen, abgebrochene Wurzelkanalinstrumente, die Komplikationen verursachen oder im unteren Bereich gebrochene Zahnwurzeln.
Eine Wurzelspitzenresektion ist immer die letzte Möglichkeit zur Erhaltung eines Zahnes vor der Extraktion.

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Voraussetzungen

Vor der Wurzelspitzenresektion muss immer der Versuch einer Revision (Erneuerung) der bestehenden Wurzelbehandlung erfolgen, sofern die Möglichkeit einer Verbesserung besteht. Durch modernste Techniken der Wurzelkanalbehandlung unter dem OP-Mikroskop, wie in unserer Praxis, ist meistens eine Operation zu umgehen.
Bei der Beurteilung des Gesamtzustandes ist abzuwägen ob die WSR im Zusammenspiel mit dem Parodontium (Zahnhalteapparat) sinnvoll ist oder bei einem möglichen Misserfolg eine Behandlung mit z.B. einem Implantat deutlich erschweren würde.

OP

Von der Seite wird, unter örtliche Betäubung, durch einen feinen Schnitt im Zahnfleisch der Knochen in Höhe der betroffenen Wurzelspitze freigelegt. Nach Abtragung von wenigen Millimetern Knochen wird so die Wurzelspitze erreicht und abgetrennt (reseziert). Zusätzlich wird bei Bedarf das entzündete Gewebe oder die Zyste entfernt. Sollte der Wurzelkanal nicht perfekt gefüllt sein, kann dieser während der OP von hinten (retrograd) mit einem speziellen Zement gefüllt werden. Die Wurzelfüllung von der Mundhöhle her (orthograd) erfolgt in der Regel bereits vor der OP.
Nach Verschluss der Wunde mit wenigen Nähten, erfolgt in der Regel die Abheilung und der entfernte Knochen regeneriert vollständig.
Die Entfernung der Fäden erfolgt nach ca. 8 Tagen. Die komplette Wundheilung und Regeneration ist etwa nach vier Monaten abgeschlossen.

Komplikationen

Im Oberkiefer kann es im Frontzahnbereich zur Eröffnung der benachbarten Nasenhöhle oder im Seitenzahnbereich zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen. Bei Entzündungsfreiheit und den entsprechenden OP Techniken heilt die Wunde trotzdem komplikationslos aus.
Im Unterkiefer kann es im Seitenzahnbereich zur Schädigung von Nerven kommen. An der Innenseite des Unterkiefers verläuft der Zungennerv und unterhalb der Wurzelspitzen im Knochen verläuft der Unterkiefernerv. Die Schädigung kann temporär, in seltenen Fällen auch dauerhaft einen Gefühlsausfall oder eine Geschmacksstörungen der betroffenen Zungenhälfte bzw. der Unterlippe verursachen.
Infektionen der Wunde oder Nachblutungen sind wie bei allen Operationen möglich, ebenso wie Mundöffnungsbehinderung, Schluckbeschwerden und Temperaturerhöhungen (bis 39° C). Die genannten Komplikationen sind jedoch äußerst selten und in der Regel ist eine Schwellung die schlimmste Nebenwirkung.

Ergebnis

Beim erfolgreichen Verlauf der OP resultiert ein beschwerdefreier Zahn der erhalten werden kann

Alternativen

Alternative Möglichkeiten beschränken sich in diesem Fall auf die Extraktion (Entfernung) des betreffenden Zahnes und Ersatz durch eine Brücke oder ein Implantat.

Für weitere Informationen sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gerne!

Ihr Praxisteam der Zahnarztpraxis Dr. Thomas & Dr. Nina Jungbluth aus Tutzing