Zahnpflegeprodukte

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Allgemeines zu Zahnbelägen und Mundhygiene

Aus Bakterien in der Mundhöhle und durch die Nahrung entsteht auf den Zähnen ein fester klebriger Belag, die sog. Plaque. Wenn dieser nicht regelmäßig und vollständig entfernt wird, kommt es zu Karies und entzündlichen Zahnbetterkrankungen (Gingivitis und Parodontitis).

Gewisse Bakterien des Zahnbelags wie Streptococcus mutans und Lactobazillen verwandeln Kohlenhydrate (z.B. Haushaltszucker, Honig) in Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Wird der Belag nicht regelmäßig entfernt, kommt es nach wiederholter Säurefreisetzung zu einer Entkalkung und bei weiterem Fortschreiten zu einem Defekt (Loch) und somit zu Karies. Am Zahnfleischsaum kommt es durch die Abgabe von Giftstoffen der Bakterien zu einer Entzündung. Oftmals besteht eine Zahnfleischentzündung über Jahre bis es zur Erkrankung und Zerstörung des Zahnhalteapparates kommt, was als Parodontitis bezeichnet wird und im fortgeschrittenen Stadium zum Zahnverlust führt. Bereits 90 % aller Jugendlichen leiden unter einer Zahnfleischentzündung und ab dem 35. bis 40. Lebensjahr gehen mehr Zähne durch Parodontitis als durch Karies verloren.

Durch ausreichende Mundhygiene, zahngesunde Ernährung, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und Fluoridierung können heute Karies und entzündliche Zahnbetterkrankungen weitestgehend vermieden und die Zähne ein Leben lang erhalten werden.

Wichtig ist die häusliche Mundhygiene Es wird empfohlen nach jeder Mahlzeit die Zähne zu reinigen und einmal am Tag (abends) die Zähne besonders gründlich und dabei auch die Zahnzwischenräume zu säubern, um den bakteriellen Belag vollständig zu entfernen.

Zahnbürste

Mit der Zahnbürste werden die Oberflächen der Zähne gereinigt. Auf dem Markt werden verschiedenste Zahnbürsten mit unterschiedlichen Griffen und Bürstköpfen angeboten. Aus hygienischen Gründen sind heute Kunststoffborsten gegenüber Naturborsten zu bevorzugen, da sich bei den Naturborsten eher Bakterien anheften und vermehren. Die Borsten sollen am Ende abgerundet sein, was heute bei allen Zahnbürsten namhafter Hersteller auch geschieht, da es sonst langfristig zu Schäden des Zahnfleisches und des Zahnes kommt. Die Borsten sollen in Büscheln zusammengefaßt und parallel stehen (sog. multi-tufted) und der Bürstenkopf nicht zu groß sein, um auch die hinteren Seitenzähne und die Zungenseite der Zähne gut zu erreichen. Die verschiedenartige Anordnung der Zahnborsten z. B. schräg (Cross-action von Oral B oder inter-X von elmex) führt zu einer besseren Reinigung der Zähne. Die Borsten der Zahnbürsten sollen weich bis mittelhart sein. Sollte das Zahnfleisch beim Zähnebürsten bluten, so ist dies ein Anzeichen für eine Entzündung des Zahnfleisches oder falsches Zähnebürsten. Für Kinder gibt es spezielle Kinderzahnbürsten, deren Bürstenkopf kleiner und deren Griff dicker und runder ist, damit die Kinder die Bürste richtig greifen können. Nach dem Zähneputzen wird die Zahnbürste gründlich abgespült und dann so aufbewahrt, daß der Bürstenkopf gut trocknen kann, damit sich Bakterien möglichst nicht vermehren können. Wegen der allmählich zunehmenden Bakterienbesiedelung wird empfohlen, die Zahnbürste alle 2-3 Monate gegen eine neue auszutauschen. Zahnbürsten deren Borsten seitlich abstehen, müssen u.U. schon nach kurzer Zeit gegen neue ausgetauscht werden. In diesem Fall sollte überprüft werden, ob nicht der zu hohe Anpreßdruck der Zahnbürste für das Abstehen der Borsten verantwortlich ist. Zu hoher Anpreßdruck kann auch zu Zahnfleischrückgang und sog. keilförmigen Defekten des Zahnhalses führen. Der Druck sollte nicht mehr als 200 g betragen, dies kann z.B. mit einer Küchenwaage überprüft werden. Bisher gibt es nur eine manuelle Zahnbürste (meridol), die vor zu hohem Anpressdruck warnt, andere sind gefedert, so daß sie bei zu hohem Kraftaufwand nachgeben. Bei besseren elektrischen Zahnbürsten wird zu hoher Anpressdruck ebenfalls angezeigt Für unterwegs gibt es Reisezahnbürsten, die einen Schutz der Borsten haben, damit diese nicht bei falscher Lagerung zur Seite abstehen und somit das Zahnfleisch beim putzen verletzen können. Können einmal die Zähne nicht gleich gereinigt werden, so sollte man zumindest die Zähne gründlich mit Wasser ausspülen, um die Entstehung von Belägen zu verringern. Auch kann durch Kauen von zuckerfreien Kaugummis der Speichelfluß angeregt und entstandene Säuren schneller neutralisiert und Speisereste schneller weggespült werden. Die Büschelbürste wird zusätzlich eingesetzt, um freiliegende Wurzeleinziehungen und Teilungsstellen und die hinteren Seiten endständiger Zähne sowie bebänderte Zähne bei der kieferorthopädischen Behandlung gezielt zu reinigen, da dort die Reinigung durch die Zahnbürste nur eingeschränkt möglich ist.

Elektrische Zahnbürsten

Die elektrisch betriebenen Zahnbürsten kosten zwischen 30 bis 190 €. Die meisten werden über einen Akku betrieben, einige arbeiten mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen und haben ein optisches oder akustisches Signal wenn das Ende der notwendigen Putzzeit erreicht wurde (Plak Control Timer), oder wenn der Anpreßdruck zu hoch ist.
Während in den 60er Jahren die Reinigung durch die elektrischen Zahnbürsten gegenüber der Handzahnbürste schlechter oder als gleichgut beurteilt wurde, werden nunmehr elektrische Zahnbürsten mit rotierenden und oszillierenden Bewegungen angeboten, deren Reinigungsergebnisse als gleich gut oder besser beurteilt werden. Die in letzter Zeit entwickelten rotierende Bürstensysteme (Inter Plak, Plak Control Timer) sollen zudem den Zahnfleischrand und Zahnzwischenraum besser reinigen. Die zusätzliche Reinigung der Approximalräume mit Zahnseide oder anderen Hilfsmitteln ist aber weiter erforderlich.
Bei einzelnen elektrischen Zahnbürsten werden die Bürstenbewegungen gelegentlich als unangenehm empfunden.
Die neueste Generation der elektrischen Zahnbürsten sind die sog. Schallzahnbürsten (Sonicare, Sonicflex) bei denen der Bürstenkopf sehr schnelle “Vibrations“-Bewegungen macht. Das Geräusch und auch das kitzlige Gefühl am Zahnfleisch werden von Anwendern anfangs oft als unangenehm empfunden, die Reinigungswirkung ist im Vergleich mit der Handzahnbürste meistens besser.
Der allgemeine Vergleich von elektrischen Zahnbürsten mit einer guten Handzahnbürste ergab, daß auch die Handzahnbürste gut reinigt. Gegenüber den elektrischen Zahnbürsten, die bestimmte Bewegungen ausführen, kann die Handzahnbürste je nach individueller Zahnproblematik nach Erlernen einer bestimmten Putztechnik geführt werden kann. Jedoch verlangt die Handhabung der Handzahnbürste Ausdauer und Geschick, womit mancher Patient überfordert ist, so daß diese Patienten mit einer elektrischen Zahnbürste besser bedient sind. Für kleinere Kinder sind die meisten elektrischen Zahnbürsten jedoch zu schwer und zu groß, es gibt aber auch Ausführungen für Kinder (Braun Oral-B). Kritisch anzumerken ist, daß bei mehreren elektrischen Zahnbürsten, die Zahnborsten nicht abgerundet sind, wodurch es zu Schäden an Zahn und Zahnfleisches kommen kann.

Zahnpasten

Zahnpasten unterstützen die Reinigung mit der Zahnbürste. Sie enthalten Putzkörper, die den Belag besser vom Zahn abtragen, Feuchthaltemittel die das Austrocknen in der Tube verhindern und verschiedene Geschmacks- und Aromastoffe, ätherische Öle wie z.B. Minze. Diese sind Kindern häufig zu scharf, so dass spezielle Kinderzahnpasten eher fruchtig und milder schmecken. Außerdem werden Süßstoffe zugefügt. Tenside werden zugesetzt um die Zahncreme zum Schäumen zu bringen, sie setzen außerdem die Oberflächenspannung herab, das Reinigen wird erleichtert. Farbstoffe verhelfen der Zahnpasta zu einem frischen Aussehen. Die meisten Zahnpasten, die auf dem Markt erhältlich sind, enthalten zusätzlich Fluoride, die die Zahnoberfläche “versiegeln“ und so vor dem Säureangriff der Kariesbakterien besser schützen. Daneben wirken die Fluoride auch auf den Stoffwechsel der Bakterien ein und hemmen deren Wachstum. Weitere verschiedene Zusätze sollen die Entstehung von Belag, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen verhindern. Auch werden spezielle Zahnpasten für überempfindliche Zahnhälse angeboten (elmex-gelee). Gegen Zahnfleichentzündungen gibt es ebenfalls spezielle Zahnpasten (Paroex, meridol).

Reinigung des Zahnzwischenraumes

Zur Belagsentfernung im Zahnzwischenraum reicht die Zahnbürste nicht aus und es muß deshalb einmal täglich der Zahnzwischenraum mit Zahnseide gereinigt werden. Im Handel wird eine Vielzahl verschiedener Zahnseiden angeboten. Es gibt sie ungewachst, gewachst und mit weiteren Zusätzen versehen. Die Beschichtung mit Wachs soll die Zahnseide gleitfähiger und damit bei engen Zwischenraumkontakten leichter handhabbar machen. Der Abrieb von Wachs ist jedoch als Nachteil anzusehen. Zahnseiden aus Teflon (z.B. GoreGlide) gleiten ebenfalls leichter durch enge Approximalkontaktpunkte.
Speziell für Brücken, Implantate und untereinander verbundenen Kronen gibt es Zahnseiden mit einem flauschigen Teil und einer Einfädelhilfe, womit sich auch diese sonst schwer zugänglichen Räume gut reinigen lassen (z.B. Superfloss, flosette).
Zur Reinigung größerer Zahnzwischenräume eignen sich Zahnzwischenraumbürstchen besser, da sie auch Wurzeleinziehungen erreichen und reinigen. Es gibt Bürstchen mit unterschiedlichem Durchmesser für die entsprechenden Zwischenraumgrößen. Es sollte der Durchmesser gewählt werden, der gerade noch durch den Zahnzwischenraum geht. Bei der Professionellen Zahnreinigung helfen wir Ihnen gerne bei der Auswahl. Zahnstocher eignen sich zur Entfernung eingebissener Speisereste.

Munddusche

Mit Mundduschen können festanhaftende Beläge nicht entfernt werden, sondern nur lose Speisereste. Der in der Werbung genannte massierende Effekt auf das Zahnfleisch ist sehr umstritten. Wegen möglicher Bakteriämie, d.h. Bakterien werden in die Blutbahn verschleppt, wird Personen mit Endokarditisrisiko der Gebrauch von Mundduschen abgeraten.

Weitere Hilfsmittel

Mit Färbetabletten, bestehend aus Lebensmittelfarben, kann jeder für sich nach der Zahnreinigung feststellen, ob alle Oberflächen gründlich gereinigt wurden, oder ob eventuelle Belagsreste noch vorhanden sind. Die Färbetablette wird gründlich zerkaut und dann ausgespuckt und der Mund kurz ausgespült. Anschließend werden die Zähne im Spiegel beurteilt.
Vorsicht jedoch bei der Anwendung, wenn man sich danach in die Öffentlichkeit begibt, da auch das Zahnfleisch noch einige Zeit später verfärbt bleibt und dies erst nach mehreren Stunden wieder komplett verschwindet.

Mundspüllösungen

Es werden zahlreiche Mundspüllösungen mit unterschiedlichen Wirkstoffen angeboten. Wegen verschiedener Nebenwirkungen eignen sich nicht alle Mundspüllösungen zur dauerhaften Anwendung. Sie werden deshalb vor allem dann empfohlen, wenn z.B. aufgrund von operativen Eingriffen die Zähne im operierten Bereich nicht mit der Zahnbürste gereinigt werden können oder zur vorübergehenden Unterstützung der häuslichen Mundhygiene bei Mundschleimhauterkrankungen etc.
Der Wirkstoff mit der größten Hemmung von Belagsbildung und Zahnfleischentzündungen ist Chlorhexidindiglukonat (Paroex, Chlorhexamed, Chlorhexidin Oral-B, Corsodyl, Lemocin, Peridex, Plak Out). Die Wirksamkeit von Chlorhexidindiglukonat wurde in über 500 Studien bestätigt. Aufgrund verschiedener Nebenwirkungen wie Geschmacksbeeinträchtigung oder vorübergehende Verfärbung der Zähne und Zunge eignet sich Chlorhexidindiglukonat nicht für längere Anwendungen. Zudem wird die Wirkung von Chlorhexidindiglukonat durch das Tensid Natriumlaurylsulfat das in Zahnpasten enthalten ist, verringert. Es wird deshalb empfohlen, erst nach einer halben Stunde nach dem die Zähne geputzt wurden, mit dieser Mundspüllösung zu spülen.
Die Mundspüllösung Meridol enthält die Kombination Aminfluorid und Zinnfluorid, die ebenfalls antibakteriell und entzündungshemmend wirkt. Unerwünschte Nebenwirkungen sind Metallgeschmack, Gefühl der Trockenheit sowie gelb-bräunliche Verfärbungen der Zunge und Zähne. Im Vergleich zu Chlorhexidindiglukonat ist die Belagshemmung geringer.
Die Mundspüllösung Listerine enthält eine Kombination ätherischer Öle, die eine gewisse Belagshemmung bewirken. Der scharfe Geschmack wird von vielen Patienten als unangenehm empfunden.
Die Spüllösung Colgate Total Plax enthält die Wirkstoffkombination Triclosan und PVM/MA-Copolymer, die eine der Chlorhexidindiglukonat ähnlich lang anhaltende antibakterielle Wirkung haben, die jedoch nicht so hoch ist. Die Spüllösung Colgate Total Plax hat mit der früheren Mundspüllösung Plax nur mehr den Namen gemeinsam.
Andere Mundspüllösungen (Periogard, Vipont) enthalten pflanzliche Stoffe, wie z.B. Sanguinarin, die eine gewisse Plaque und Gingivitishemmung haben, eine Wirksamkeit wurde nur in Kombination mit Zinkchlorid nachgewiesen. Bei der Anwendung dieser Spüllösungen kann ein Mundschleimhautbrennen auftreten.

Bezugsquellen von Mundhygieneartikeln

Mundhygienehilfsmittel gibt’s in Apotheken und Drogerien und seit einigen Jahren auch in speziellen Mundhygieneläden, die das umfangreichste Sortiment haben. Eine bestimmte Produktauswahl erhalten sie auch direkt bei uns in der Praxis.

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Ihr Praxisteam der Zahnarztpraxis Dr. Thomas & Dr. Nina Jungbluth aus Tutzing